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Foto:Forest & Kim Starr

Aloe vera

Aloe vera


Die Wüstenlilie (Aloe vera) zählt zu der Pflanzenfamilie der Affodillgewächse (Asphodelaceae) und damit zu den Liliengewächsen auch wenn sie wie ein Kaktus aussieht. Sie zeichnet sich durch ihre Fähigkeit der Speicherung von enormen Mengen an Wasser in trockener Umgebung aus. Es gibt ca. 300 Unterarten der Aloe. „Aloe“ stammt aus dem Arabischen und bedeutet „bitter“, „vera“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „wahr“.

Die Pflanze wächst stammlos oder mit kurzem Stamm. Die Blätter sind rosettenartig angeordnet, werden bis zu 50 cm lang, sind fleischig dick und haben am Außenrand kleine Stacheln.

Ursprünglich ist Aloe vera auf der arabischen Halbinsel beheimatet gewesen, heute ist sie als Zier- und Heilpflanze in vielen trockenen, warmen Gebieten (z.B. Afrika, Mittelamerika, Australien, kanarische Inseln) verbreitet. Auch zu Hause im Blumentopf kann man diese Pflanze ziehen. Sie braucht sandigen Boden, darf nicht zu feucht gehalten werden und sollte eher an einem schattigen Platz stehen.

Ernte

Sind die Blätter groß genug, dann kann man sie am unteren Rand abschneiden, damit die Pflanze sich weiter entwickeln kann, sollten mindestens 12 Blätter stehen bleiben. Direkt nach dem Abschneiden bildet sich das gelbe Harz, das für den Hausgebrauch nicht genutzt werden sollte, daher sollte man dies herauslaufen lassen und verwerfen. Anschließend schneidet man ein, entsprechend der Anwendung, großes Stück des Blattes längs auf und löst das klare Gel vorsichtig heraus. Dabei ist es äußerst wichtig, nicht zu nahe an die Innenseite der Blattrinde zu schneiden, damit das Gel nicht mit dem Harz vermischt wird. Wegen der schnellen Verderblichkeit, sollte das Gel rasch benutzt werden.

Geschichte

In Arabien wird Aloe Vera seit über 6000 Jahren als Heilpflanze eingesetzt, schon Alexander der Große soll es zur Wundbehandlung und Kleopatra zur Schönheitspflege verwendet haben.

Ende der 1950er Jahre gelang es einem Apotheker aus Texas, das frische Mark der Aloe haltbar zu machen, ohne dass es seine Nährstoffe verlor.

Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts wird Aloe Vera als Allheilmittel in vielen Produkten vermarktet. Angefangen bei Nahrungsergänzungsmitteln bis hin zu Textilien.

Wirkung

Wie bei der Beschreibung der Ernte schon zu lesen war, werden aus der Pflanze zwei unterschiedliche Produkte gewonnen.
Der Blattsaft (auch als Harz, Latex oder getrocknet als Granulat bezeichnet) der das Sekret der äußeren Blattrinde ist und das Gel (auch Extrakt genannt) aus dem Wasserspeichergewebe (inneres Mark) der Blätter. Beide haben unterschiedliche Inhaltsstoffe und daher eine unterschiedliche Wirkung.

Das Gel besteht zu ca. 98 % aus Wasser und enthält unter Anderem Polysaccharide, Vitamine, Enzyme, Acetylsalicylsäure und Acecemannan. Da es schnell verderblich ist, wird es nur in stabilisierter Form angeboten. Entweder als eingedicktes Aloe Vera Gel oder als gefriergetrocknetes Pulver.

Dieses Gel soll äußerlich angewendet entzündungshemmend, heilungsfördernd und feuchtigkeitsspendend wirken. Innerlich soll es zur Stärkung des Immunsystems und bei entzündlichen Erkrankungen wirken.

Doch tut es das auch?

Die entzündungshemmende Wirkung auf der Haut konnte in Studien im Humanbereich nachgewiesen werden.

Die Feuchtigkeitsspendende Wirkung ist in Produkten, die aus- bzw. abgespült werden (z.B. Shampoo) nicht gegeben, da der Kontakt zur Haut nur kurz zustande kommt.

Die wundheilende Wirkung brachte in Studien widersprüchliche Ergebnisse und konnte somit nicht überzeugend nachgewiesen werden.

Für die Stärkung des Immunsystems und die Wirkung auf innere entzündliche Erkrankungen fehlen jegliche wissenschaftliche Beweise.

Das Harz enthält das Glykosid Aloin, dies verstärkt die Darmperistaltik, blockiert die Resorption von Wasser im Dickdarm, und wirkt daher, innerlich verwendet, abführend.
Diese Wirkung ist wissenschaftlich abgesichert, und hat dafür auch eine Zulassung als Arzneimittel. Bei Daueranwendung besteht aber der Verdacht, dass es krebsauslösend sein könnte. Es sollte daher nicht länger als 14 Tage angewendete werden.

Das Harz sollte in der Schwangerschaft/ Trächtigkeit nicht eingenommen werden, da es vorzeitige Wehen auslösen kann.

Qualität

Bei günstigen Produkten wird häufig das gesamte Blatt verwendet und somit auch das Harz, mit den entsprechenden Wirkungen. Viele dieser günstigen Produkte enthalten allerdings sowieso nur geringe Mengen Aloe Vera, die rein aus werbetechnischen Gründen zugesetzt werden. Daher sollte man bei der Verwendung von Aloe Vera unbedingt auf eine gute Qualität achten, d.h. es sollte sich um ein 100% reines, nicht konserviertes Aloe Gel handeln, dass nahezu flüssig ist. Bei einer gelartigen Konsistenz kann man davon ausgehen, dass Gelbildner zum Andicken zugesetzt wurden. (Kontrollierte Qualität garantiert z.B. das Zeichen- IASC= International Aloe Science Council)

Aloe in der Homöopathie

Zur Herstellung des homöopathischen Arzneimittels „Aloe“ wird die Pflanze Aloe socotrina verwendet, welche einen hohen Anteil an Aloin besitzt, und daher die Hauptanwendungsrichtung im Verdauungssystem (Diarrhoe, Blähungen..) hat. Allerdings wird auch eine Wirkung auf die Behandlung schlecht heilender Wunden beschrieben. Die Ähnlichkeit des Arzneimittelbilds von Sulphur hat Aloe die Bezeichnung „ vegetabilischer Schwefel“ eingebracht.

Zusammenfassung

Aloe Vera Gel kann durchaus einen positiven Effekt auf entzündete Hautstellen haben. Dazu wird das flüssige Gel vorsichtig direkt auf das entsprechende Areal aufgetragen.

Vorsicht bei der Anwendung ist trotzdem geboten, denn wie bei quasi allen Produkten, kann es zu allergischen Reaktionen kommen.

Weiterhin sollte man auf eine gute Qualität achten, damit der Anteil an Aloe Vera Gel im Produkt relativ hoch und möglichst kein Aloin enthalten ist.

Von der Anwendung von Aloe Vera Harz würde ich generell abraten.

Parallel zur homöopathischen Behandlung eingesetzt, wirkt sich die äußere Behandlung von Aloe Vera Gel, meines Erachtens, nicht negativer aus, als andere vergleichbare äußerliche angewandten Substanzen.

Laut Organon § 194 sollte man parallel keine äußerlichen Mittel anwenden, allerdings waren zu Hahnemanns Zeiten äußerliche Anwendungen auch deutlich giftiger bzw. gefährlicher z.b. Quecksilber-Waschungen.

Petra Soballa
www.tierheilpraxis-soballa.de

Hinweis:

Wenn Sie ein Hausmittel anwenden möchten, überprüfen Sie vorher immer, ob dieses Mittel tatsächlich für den individuellen Fall Ihres Tieres geeignet ist. Alles, was eine Wirkung hat, kann auch eine unerwünschte Wirkung haben. Vieles Herumprobieren kann ein krankes Tier mehr schwächen als heilen. Achten Sie daher genau darauf, ob es Ihrem Tier unter der Anwendung des Hausmittels wirklich besser geht, ob gar nichts passiert oder ob sogar neue Symptome auftreten. Nur wenn es Ihrem Tier besser geht, ist die Anwendung für begrenzte Zeit auch sinnvoll.


Wenn Sie unsicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an eine/n Tierheilpraktiker/in oder Tierarzt/Tierärztin.

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