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Thymian

Thymian in der Pferdeentwurmung


Die Thymiane oder der Quendel sind eine Pflanzengattung in der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). Am bekanntesten ist der Echte Thymian (Thymus vulgaris). Das griechische Wort Tymus bedeutet „Kraft“ und „Mut“. Vulgaris meint gewöhnlich, bekannt. Für die Gewinnung der pharmazeutischen Droge Thymian (Thymi herba) sind nach dem Europäischen Arzneibuch nur die zwei Arten Thymus vulgaris und Thymus zygis oder eine Mischung beider Arten erlaubt, Stammpflanze der Droge Quendelkraut ist Thymus serpyllum (enthält weniger ätherisches Öl als Thymus vulgaris). Der Thymian kam im 11. Jahrhundert aus den Mittelmeerländern zu uns. Der Gartenthymian (Thymus vulgaris) wird im Vergleich zum Feld-Thymian bis zu 50 cm hoch. Beide sind in ihrer Wirkung gleich. Thymian-Arten sind ausdauernde Halbsträucher oder Sträucher. Gelegentlich scheinen sie krautig zu sein, sind aber jedoch zumindest an der Basis verholzt. Die Früchte sind eiförmige Nüsschen, die runde Samen enthalten.

Vorkommen

Die Heimatgebiete liegen in Afrika, Europa und im gemäßigten Asien. Das Zentrum der Artenvielfalt ist der Mittelmeerraum. Verschiedene Arten und ihre Sorten werden in Gärten und Gartenbaubetrieben angebaut. Die Thymiane bevorzugen helle und trockene Standorte mit nährstoffarmen und sandigen Böden und finden sich an Wegrändern, auf trockenen Wiesenflächen und auf Mauern.

Sammlung

Das Kraut wird abgeschnitten und ohne verholzten unteren Teile gesammelt. Thymian ist am wirksamsten, wird er in der Mittagssonne gepflückt. Er blüht hauptsächlich in der Zeit von Juni bis August. Getrocknet nutzt man die Gattung Thymus vulgaris.

Verwendung

Im antiken Griechenland diente Thymian als Zusatz zu Räuchermitteln, mit denen man eine Anregung von Geist und Gemüt erzielte. Im Mittelalter wiederum wurde Thymian bereits als wertvolle Heilpflanze genutzt – so zum Beispiel bei Asthma oder Atemnot. In der Volkmedizin gilt er als Heilmittel gegen Entzündungen im Mund und Rachen, bei Zahnfleischproblemen und Bronchitis. Auch wurde die Pflanze zur Bekämpfung von Darmparasiten angewandt.

Inhaltsstoffe

1-2,5% ätherische Öle. Davon hauptsächlich Monoterpene: Carvacrol (3-10%), Thymol (25-50%), sowie p-Cymen, Borneol und Linalool.
Weitere Inhaltsstoffe sind: Lamiceengerbstoffe, Triterpene (Ursolsäure, Oleanolsäure), Flavonide, und antioxidativ wirksame Biphenyle.

Wirkung allgemein

Die Wirkung wird hauptsächlich von den ätherischen Ölen bestimmt. Der Pflanze dienen sie zum Anlocken und Vertreiben von Insekten und als Hemmstoff für die Samenkeimung und Keimlingsentwicklung.
Ätherische Drogen enthalten mind. 0,1 % meist jedoch 1-2% ätherisches Öl.

Wirkrichtungen des Thymians:
• Antiseptisch
• Blähungen
• Krampflösend
• Antibakteriell
• Auswurffördernd
• Sekretlösend
• Appetitanregend

Allgemeine Indikationen:
• Verdauungsprobleme
• schlecht heilende Wunden
• Unterstützung des Abgangs der Nachgeburt, sowie bei Entzündungen der Gebärmutter
• Entzündung der Atemwege (Bronchitis, Husten)
• Magen- und Menstruationskrämpfe, sowie Krämpfe im Unterleib
• unterdrückt Gärungsprozesse und lindert Blähungen
• verstärkt die Sekretion der Verdauungssäfte in Magen, Darm und Galle

Die Wirkung der ätherischen Öle

Hochkonzentrierte ätherische Öle reizen die Haut. Wohl dosiert hemmen sie das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Dies wird durch die im Thymian enthaltenen Flavonide unterstützt. Sie haben die Fähigkeit, dünnflüssigen Schleim, zum Beispiel in den Bronchien, zu lösen und verstärken gleichzeitig den Abtransport der Sekrete.

Im Magen-Darm-Trakt führen die ätherischen Öle zu einer Reizung der Magenschleimhaut, einer reflektorischen und auf Blähungen beruhigenden Wirkung. Ebenso sind sie sekretionsfördernd in den Verdauungsorganen. Durch ihre antiphlogistische Wirkung hemmen sie Entzündungszeichen. Zudem wirken sie diuretisch (steigern die Ausscheidung der Niere). Sie haben einen beruhigenden, aber auch kreislaufanregenden Effekt.

Verwendung des ätherischen Öls: Carvacrol
• hauptsächlich als Biozid (Schädlingbekämpfung)
• als Antimykotikum
• Insektizid
• Antibiotikum
• Und als Anthelminthikum!!!

Ein Antihelminthikum? Was bedeutet das?

Ein Anthelminthikum (Wurmmittel) ist ein Medikament gegen Wurminfektionen. In der Regel handelt es sich um Stoffe, die als spezifisches Gift in den Stoffwechsel von Würmern eingreifen. Die Verabreichung eines Anthelminthikums wird auch als Entwurmung bezeichnet.


Wie kann Thymian in der Pferdeentwurmung helfen?

Thymian kann durch die ätherischen Öle speziell des Carvacrol, Linalool und Thymol auf die Darmparasiten wirken. Die Öle verhindern, dass sich die Würmer einnisten und vermehren. Zusätzlich treiben die Öle des Thymians die Würmer durch die abführende Wirkung, aus dem Körper. Bei Tests "in vitro" reagierten Würmer äußerst sensibel auf das Thymianöl. Die nematoxide Wirkung (Abtötung von Fadenwürmern) wird durch die Ölbestandteile Carvacrol, Thymol und Linalool bewirkt. Ätherische Öle lähmen die Muskulatur der Würmer.

Der Thymian kann somit bei gesunden Pferden eingesetzt werden, um Würmer im Körper zu beseitigen. Das Kraut kann zum Beispiel unter eine Handvoll Hafer oder eingeweichte Heucobs gemengt werden. Manche Pferde fressen ihn auch pur oder als Tee.

Bei der Verwendung von Thymian sollte man mit einer kleinen Dosis beginnen und die Kotbeschaffenheit des Pferde im Auge haben. Thymian kann abführend wirken. Generell ist auch der Allgemeinzustand des Tieres zu beachten. Gerade im Hochsommer kann sich die aufheizende Wirkung von Thymian negativ auf den Kreislauf auswirken. Besser ist es man füttert ihn an kühleren Tagen und steigert die Grammzahl so, wie es der Gesundheitszustand des Tieres zulässt. Die Menge kann dann langsam auf die angegebene Höchstmenge (Kraut eventuell vor der Fütterung anfeuchten) gesteigert werden.

Anwendung

5-15 Gramm des getrockneten Krautes täglich (pro 600 kg Körpergewicht)
Nie länger als 3 Wochen!

Kontraindikationen

Thymian kann Fehlgeburten fördern, daher sollte er nicht in der Trächtigkeit angewendet werden. Thymian muss sorgfältig dosiert werden. Große Mengen können die Schleimhäute der Verdauungsorgane reizen sowie Durchfall und Magenentzündungen hervorrufen. Er sollte nicht bei Nieren, Leber und Herzerkrankungen angewendet werden. Fohlen sollten keinen Thymian erhalten.

Homöopathie und Thymian

Aufgrund der ätherischen Öle ist der Einsatz von Thymian bei gleichzeitiger Gabe homöopathischer Mittel nicht sinnvoll, da die Öle die Wirkung der Homöopathika stören könnten. Fragen Sie im Einzelfall Ihre Tierhomöopathin/Ihren Tierhomöopathen.

Thymian darf derzeit in der EU nicht an lebensmittelliefernden Tieren angewandt werden. Stand: Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 des Rates vom 26. Juni 1990

Stephanie Beckemeyer

www.stephanie-beckemeyer.de


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