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Foto: Kurt Stüber

Ulmenrinde

Ulmenrinde

Ulmenrinde ist als Nahrungsergänzungsmittel schon seit vielen Jahrtausenden bekannt. Bei Hunden, Katzen, Frettchen usw wird es bereits seit vielen Jahren verwendet. Es darf auch schon bei Saugwelpen eingesetzt werden.

Herkunft

Die Rotulme wächst in Süd-/Nordamerika und wurde von Indianern schon seit Jahrtausenden als Naturheilmittel eingesetzt.

Um das fertige Präparat zu gewinnen, wird bei mindestens 10 Jahre alten Rotulmen die innere Rinde vom Stamm abgelöst, über Monate getrocknet und dann zu Pulver verarbeitet.

Leider ist die amerikanische Rotulme, wie viele andere Bäume auch, von der Dutch Elm Disease (DED) betroffen. DED/Ulmensterben wird durch Schlauchpilze verursacht und durch Ulmensplintkäfer verbreitet. Hierbei vertrocknen zuerst die Kronenblätter, dann auch andere und im Verlauf stirbt der Baum. Das kann bei jungen Bäumen schnell, bei älteren such über Jahre gehen. Außerdem wird in den USA einfach auch zu viel geerntet. Da durch das Absägen von Ästen der Baum noch anfälliger wird, sterben langfristig viele Bäume. Außerdem werden oft ganze Bäume gefällt, um die Rinde zu ernten, ohne das neue Bäume gepflanzt werden. Die amerikanische Rotulme gilt deshalb in den USA als gefährdet.

Wirkstoffe

Die Ulme wächst auf sehr kargen Böden und deswegen ist ihr Hauptbestandteil Schleim, der in ähnlicher Form auch in Leinsamen zu finden ist.

Die Ulmenrinde enthält Bitterstoffe, Gerbstoffe und Schleimstoffe. Außerdem Vitamin A, B, C und K sowie große Mengen an Calcium, Magnesium und Natrium. Sie enthält langkettige Zucker, auch Polysaccharide genannt. Polysaccharide sind Kohlenhydrate und bilden in Verbindung mit Wasser eine glatte Substanz/Schleim.

Deshalb wird die gemahlene Rinde zur therapeutischen Verabreichung mit Wasser gemischt.

Weitere Zusammensetzung:

Pentosan, Methylpentosan, Hexosan (Zuckermolekül-Verbindungen), Polyuronid (Pektin), Gerbsäuren (3 %), Stärke, Mineralien, Cholesterin, Moos, Calciumoxalat; Fettsäuren Nach Untersuchungen in einem Analysenlabor wurde der Rohproteinanteil mit ca. 2,9% und der Rohfaseranteil auf ca. 47,6% angegeben. Die Ulmenrinde enthält außerdem viele Ballaststoffe.

Die Ulmenrinde wird oft mit Streckungsmitteln vermischt. Um das auszuschließen, muss man auf die grau-braune (nougat) Farbe achten. Nur bei grau-brauner Farbe kann man davon ausgehen, dass das Pulver aus reiner Ulmenrinde besteht und nicht gestreckt wurde. Auf dem Markt gibt es gute und weniger gute Sorten. Die weniger guten Sorten enthalten Fasern und Stückchen, was in den guten Sorten nicht der Fall ist.

Ulmenrinde schmeckt mild bis bitter und auch etwas süßlich. Man kann sie innerlich und äußerlich anwenden.

Leider gibt es sehr wenige wissenschaftliche Informationen zur Wirkung der Ulmenrinde. Auch Samuel Hahnmann kannte Ulmenrinde, wie man im Organon §160 und in Hahnemanns Apothekerlexikon von 1799 unter dem Namen Weißrüster lesen kann. In der “Homöopathischen Arzneimittellehre Band 1” von J.B. Büchner ist ebenfalls von Ulmenrinde (Ulmus campestris/Weißrüster) die Rede.

Im 19. Jahrhundert benutzten Hebammen bei gynäkologischen Untersuchungen den Schleim der glatten Ulme, indem sie ihre Hände damit einrieben. Opernsänger “schmierten” damit ihre Kehlen.

Eigenschaften

  • nahrhaft durch die Versorgung mit speziellen Nährstoffen
  • entzündungshemmend und lindernd
  • schleimbildend
  • adstringierend
  • beruhigend und lindernd

Anwendungsgebiete

  • bei Schleimhautentzündungen des Magen-/Darm-Traktes, der Lunge (Asthma, Bronchitis), Nieren, Blase, Hals usw.
  • Übelkeit / Erbrechen
  • Magenprobleme
  • in der Onkologie, wenn während der Chemotherapie keine Nahrung beibehalten werden kann
  • bei Übelkeit und Magenübersäuerung (daher z.B. CNI)
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Hämorrhoiden
  • Koliken
  • Husten
  • Bronchitis
  • chronische Blasenentzündung
  • lindernd und entzündungshemmend bei Geschwüren und Entzündungen im Maul und Zahnschmerzen
  • Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn
  • kann bei Anwendung Candidapilz verhindern
  • als Entgiftungsmittel einsetzbar, da der Schleim auch die Knochen und Gelenke schmiert, im Darm und allen anderen Bereichen des Körper Abfallstoffe ausleitet
  • laut aktuellerer Studien soll SEB auch Antioxidantien enthalten, welche sich positiv auf die Nieren auswirken können
  • antiseptisch bei Wunden und Ausschlägen, Ekzemen
  • wird auch empfohlen, wenn Mensch oder Tier nicht zunehmen, obwohl sie gut essen

Hauptsächlich wird Ulmenrinde in der Tierheilkunde als schützende Schleimschicht bei überreiztem Magen eingesetzt. So zum Beispiel bei Tieren, die einen übersäuerten Magen haben oder gerade eine Magen-Darm-Infektion oder Gastritis ausheilen.

Nebenwirkungen

Es sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Jedoch kann es bei äußerlicher Anwendung zu allergischen Reaktionen kommen. In diesen Fällen sollte Ulmenrinde nicht mehr äußerlich angewendet werden.

Es gibt keine Untersuchungen zu Wirkungen von SEB in der Trächtigkeit, deswegen sollte es dort nur vorsichtig und unter genauer Beobachtung eingesetzt werden.

Wechselwirkungen

Die Einnahme des Ulmenrindenschleims kann die Aufnahme von Medikamenten erschweren/verhindern. Deswegen sollte immer mindestens 30 Minuten Abstand zwischen der Einnahme des Ulmenrindenschleims und Medikamenten oder auch Futter eingehalten werden.

Wichtig ist auch, dass SEB-Pulver nur mit einer ausreichenden Menge an Flüssigkeit eingenommen werden darf, da es sonst zu Verstopfungen kommen kann.

Dosierung und Anwendungen

Die normale Dosierung liegt bei 300-400mg pro Kilo Körpergewicht täglich.

Für Hunde:

  • Hunde bis zu 5kg Körpergewicht 1,5g täglich
  • Hunde bis zu 15kg Körpergewicht 3g täglich
  • Hunde bis zu 30kg Körpergewicht 6g täglich
  • Hunde über 30kg Körpergewicht 9g täglich

Für Katzen:

Katzen 1,5g täglich

Innerlich:

Ulmenrindenpulver wird in einer Spritze mit lauwarmem Wasser vermischt und nach dem Quellen dem Tier ins Maul geben.

Eine Überdosierung ist nicht möglich, da es sich bei Ulmenrinde um ein Naturprodukt handelt. Aus diesem Grunde kann man diese Mischung bis zu 6x tgl. geben. Besonders die letzte Gabe vor dem Schlafengehen ist wichtig, da in dieser Zeit der Magen keine neue Nahrung aufnimmt und sich beruhigen kann.

Besonders bei Magenproblemen hat sich gezeigt, dass eine Gabe ca. 15-30 Minuten vor der Fütterung sehr hilfreich ist, da der Brei sich als schützende Schicht an die Magenwände und die Speiseröhre legt und dadurch beruhigend auf die Schleimhaut wirkt.

Ulmenrindenpulver muss immer gut mit Wasser vorquellen. Es sollte nie trocken oder ungenügend aufgequollen gefüttert werden, weil es dann die Schleimhäute austrocknet.

Lassen Sie den angerührten Brei sicherheitshalber zwei Minuten stehen und prüfen Sie dann och einmal die Konsistenz. Ist der Brei zu fest, fügen Sie noch etwas mehr Wasser hinzu.

 

Sirup Rezept:

1-1,5 Teelöffel Ulmenrindenpulver mit ca. 250ml Wasser verrühren. Diese Mischung in einem Stahltopf zum Kochen bringen und dabei ständig weiterrühren (kein Aliminium Gefäß benutzen). Vorsicht, Masse setzt schnell an!

Nach kurzem Aufkochen, die Hitze reduzieren und dabei ständig weiter rühren bis die Flüssigkeit sich verdickt (min 3 Minuten). Abkühlen lassen.

Dosierung:

0,25-0,5 Teelöffel bis zu 4 mal am Tag.

Dieser Sirup hält im Kühlschrank 5 Tage und wird besonders von Katzen oft lieber genommen. Der Sirup sollte immer handwarm gegeben werden. Er sollte nicht unters Futter gemischt werden, da er die Aufnahme der Nährstoffe verhindern kann.

 

Spülungen für Entzündungen der Mund-/Maulschleimhaut:

2 gehäufte Teelöffel Ulmenrinde ¼ Liter kaltes Wasser

Die Ulmenrinde mit dem Wasser übergießen, erhitzen bis zum Sieden und dann abseihen. Mund dann mehrmals tgl. Damit ausspülen.

 

Äußerlich:

Hierzu kann man das Pulver mit etwas kaltem Wasser vermischen und für Wunden und Ausschläge verwenden. Die Masse bildet dann eine Art natürliches Pflaster, welche man mit Wasser nach einigen Stunden wieder entfernen kann. Die Masse wirkt antiseptisch!

Ressourcen schonen

Da die Ulmen stark in ihrem Bestand gefährdet sind, sollte nach Möglichkeit auf andere, gleich wirkende Präparate ausgewichen werden. Die Schleimstoffe von geschrotetem und gekochtem Leinsamen sind z.B. ebenso magenschützend. Zur äußerlichen Anwendung empfehlen Kräuterexperten oft die Eibischwurzel als Alternative zur Ulmenrinde.

Claudia Taubert

www.claudia-taubert.com
 

Hinweis:

Wenn Sie ein Hausmittel anwenden möchten, überprüfen Sie vorher immer, ob dieses Mittel tatsächlich für den individuellen Fall Ihres Tieres geeignet ist. Alles, was eine Wirkung hat, kann auch eine unerwünschte Wirkung haben. Vieles Herumprobieren kann ein krankes Tier mehr schwächen als heilen. Achten Sie daher genau darauf, ob es Ihrem Tier unter der Anwendung des Hausmittels wirklich besser geht, ob gar nichts passiert oder ob sogar neue Symptome auftreten. Nur wenn es Ihrem Tier besser geht, ist die Anwendung für begrenzte Zeit auch sinnvoll.


Wenn Sie unsicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an eine/n Tierheilpraktiker/in oder Tierarzt/Tierärztin.

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